»Siehst du das?«, fragte er erneut und wedelte damit vor meinem Gesicht herum. »Das bist du – und nichts anderes.«

– Der Ratsmann, S. 54

 

Ich liebe eine gute Dystopie am Abend zusammen mit einer Tasse Tee und ein paar Keksen. Es gibt nichts entspannenderes, als sich den wilden Zukunftsfantasien der Autoren hinzugeben, die ihren Protagonisten augenscheinlich immer nur das Schlechteste an den Hals wünschten. Jedenfalls hat es den Anschein. *glucks*

Aber es stimmt. Die Dystopie ist mein Lieblingsgenre – und das bei weitem. Seit ich lesen kann, eigentlich. Natürlich lese ich hin und wieder auch einmal andere Bücher (siehe meine übrigen Rezensionen), aber Dystopien hatten immer einen besonderen Platz in meinem Herzen. Einen ganz besonderen. Nur ab und an kommt es mal vor, dass ich eine Dystopie mal nicht mag. Wie zum Beispiel Die Tribute von Panem. Die Idee war gut, der Schreibstil eher nicht so meins. Deswegen war ich auf Das Feuerzeichen von Francesca Haig besonders gespannt: Direkt auf dem Cover prangt der strahlende Satz „Ein Meisterwerk, dass die Tribute von Panem weit hinter sich lässt!“ (Starbst Magazine).  Ist dieses Buch wirklich so gut, wie Starbust es beschreibt? Oder geht die ganze Sache nach hinten los, so wie bei Die Tribute von Panem? Ich habe mir das Buch vorgeknöpft und nach einer Antwort gesucht!

Wir haben hier eine Zukunft, in welcher die Zeit in drei Abschnitte eingeteilt ist: Das Vorher, der Krieg (oder auch „Das große Feuer“) und das Nachher. Die Handlung findet im Nachher statt, wo man noch mit den Langzeitauswirkungen des Krieges zu kämpfen hatte. Aufgrund von Atom- und Biowaffen sind die jetzigen Generationen – sowohl Tier als auch Mensch – von Mutationen befallen. Kinder werden immer nur als Zwillingspaare geboren, von dem eines makellos – ein Alpha – und das zweite behindert – Omega – geboren wird. Es gibt allerdings noch eine Besonderheit: Erkrankt der eine, erkrankt auch der andere. Stirbt der eine, dann auch der andere. Zwillinge werden direkt nach der Entwöhnung getrennt und wachsen unter „ihres gleichen“ auf. So auch Cass und Zach. Cass hat zwar keine äußerlichen Makel, jedoch ist sie eine Seherin, was sie auch zu einem Omega macht. Ihr Zwilling ist der gefürchtete und grausame Reformer im Rat. Er sanktioniert die Omegas gnadenlos und will die sagenumwobene „Insel“ finden, auf welcher Omegas frei leben, um sie zu zerstören. Cass – welche von ihm in einer Zelle gefangen gehalten wird –  hat Visionen von eben dieser Insel und sie soll ihrem Bruder helfen, die Insel zu finden um seine Position im Rat zu stärken. Doch Cass will sich das nicht gefallen lassen und flieht…

Das meine Zusammenfassung nicht besonders gut ist, weiß ich leider und ich entschuldige mich dafür. Aber in dem ersten Teil gab es so viele wichtige Ereignisse und Informationen, die ich nicht recht unter einen Hut kriegen mochte.

Mir gefiel der Roman ausgesprochen gut, Schreibstil und Handlung haben einen wunderbaren Einklang gefunden, auch wenn es am Anfang etwas konfus wirkte, was mir den Einstieg etwas erschwert hatte. Ich persönlich bin ein Fan von Elsa. Ich schätze, ich habe ein Faible für ruppige, aber doch liebevolle Charaktere.

Ich weiß immer noch nicht, was ich von der Protagonistin halten soll. Sie ist zwar kein schlechter Charakter, aber ich finde keinen Zugang zu ihr. Ebenso verhält es sich bei Kip. Zach ist mir, ehrlich gesagt, auch ein Rätsel und seine Einstellung ist verachtenswert. Aufgrund seiner Unzulänglichkeit macht er seine Schwester für alles verantwortlich, bei dem er versagt hat. Absolutes no-go.

Die Mutter von den beiden habe ich letzten Endes doch etwas mögen können. Wenigstens hat sie versucht, ihre Tochter vor ihrem Bruder zu schützen. Auch wenn das nicht viel gebracht hat, so war es doch der Akt an sich, dem hier Bedeutung beigemessen werden muss.

Kommen wir nun zu dem Vergleich mit den Tributen von Panem zurück. Tatsächlich finde ich, dass das Feuerzeichen bei Weitem besser war, als die Tribute von Panem. Hier gab es wenigstens keinen Schreibstil, der mich das Buch vor Frustration gegen die Wand hat katapultieren lassen. Mal davon abgesehen, dass ich Katniss als Protagonistin auch nicht so  toll fand. Sie bleibt ein toller Charakter, aber einiges an ihr… ist komisch. Wie dem auch sei.

Der Roman an sich bekommt von mir 4 volle Sterne von 5. Ich freue mich schon auf die nächsten Teile, wozu ich euch jetzt mehr erzählen werde:

Für einige von euch dürfte die Reihe theoretisch bereits ein Begriff sein, ist sie doch die Neuauflage zu den bereits 2015 erschienen Hardcoverauflagen. Dieses Jahr wurde der erste Band der Trilogie als Taschenbuch herausgebracht (siehe meine Version), wann der zweite allerdings veröffentlicht wird, weiß man noch nicht genau. Ebenso wenig, bei dem dritten.

Ich hoffe, euch hat meine kleine Rezension zu „Das Feuerzeichen gefallen. Unten findet ihr alle Links, von wo das Buch aus zu bestellen ist. Wenn ihr das Buch bereits gelesen habt, dann freue ich mich sehr, eure Meinung in den Kommentaren zu lesen. Mich interessiert es brennend, was andere über das Buch denken!

Bis dahin: Eat, read, sleep und repeat!

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Das Feuerzeichen
Francesca Haig
477 Seiten

Heyne Verlag
Taschenbuch-Ausgabe
9,99€

Amazon | Thalia | Mayersche | Heye

 

 

 

*Kostenloses Rezensionsexemplar.

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