So, heute bin ich mal wieder mit einer neuen Rezension am Start. Diesmal zu dem Roman Zehn Wünsche bis zum Horizont von Emma Heatherington. Dieses Buch habe ich auf LovelyBooks für eine Leserunde gewonnen und ich war total aus dem Häuschen, als ich die Zusage erhielt. Das Cover war hübsch, der Klappentext vielversprechend – was will man mehr? Nun, dass das Buch die Versprechen auch hält!

Wir haben hier Maggie, eine Frau die in ihren Mittdreißigern steht, von ihrem Ehemann verlassen wurde und sich seitdem ins Koma säuft. Sie kriegt ihr Leben nicht auf die Reihe, geht damit ihrer Familie und Freunden auf den Geist und bringt sich damit auch noch selber in Gefahr. Denn Maggie lebt mit einem gespendeten Herz, von einem kleinen Mädchen, dass sie seitdem quasi verfolgt. Das kleine Mädchen heißt Lucy Harte. Lucy’s Bruder setzt sich mit Maggie in Verbindung und übergibt ihr einige Habseligkeiten seiner Schwester, darunter auch eine Liste von Dingen, die Lucy gern getan haben wollte, sollte sie erwachsen sein. Dazu kam es jedoch nie und Maggie beschließt, dass sie anstelle Lucy’s die Liste abarbeitet. Und so begann alles seinen Lauf…

Ich muss leider sagen, dass nur das Buch überhaupt nicht gefallen hat. Ich weiß nicht ob es an mir und meinen utopischen Vorstellungen liegt oder es wirklich das Buch an sich war. Jedenfalls war es absolut nicht meins und die Bewertung tut mir in Leib und Seele weh, da sich der Roman so vielversprechend angehört hatte.

Wir haben hier Maggie, Mitte Dreißig und eine richtige Memme. Sie heult die gesamte Geschichte lang, kommt aus Selbstmitleid und Schuldgefühlen nicht raus, schimpft sich immer einen ganz bösen Menschen, obwohl alle anderen sagen sie sei perfekt. Mit jeder weiteren Seite bin ich echt mehr ausgerastet. Ich hatte buchstäblich das Gefühl, eine dieser stereotypischen Wattpad-Stories zu lesen, wo sich das Mädchen selber als potthässlich tituliert in Wahrheit aber ein verdammter Engel ist.

Mal abgesehen davon, dass diese Maggie eine richtige Maggie Sue ist, die anscheinend bildhübsch ist, alles kann, die jeder mag und liebt und nur nicht mit der Trennung zu ihrem Ehemann klarkommt, fand ich mehr als nur eine Sache an diesem Buch ziemlich unrealistisch. Beispielsweise dass ihr Chef ihr acht (!) Monate bezahlten (!!) Urlaub gewährt, nur damit sie die Trennung (!!!) verarbeiten kann, nachdem sie während der Arbeitszeit betrunken war, angetrunken, nicht erschienen, zu spät erschienen oder sich total dämlich benommen hat. Also ich wär schon längst meinen Job los, hätte ich all das fabriziert.

Und dann die Sache mit ihrer Schwägerin. Die beiden Frauen haben sich kein einziges Mal in ihrem Leben gesehen, da fährt Maggie einmal zu ihrem Bruder und – zack! Die fallen sich sofort um den Hals!? Wer macht das bitte? Ich kenn diese Person doch gar nicht! Aber vielleicht ein ich auch nur eine sehr distanzierte Kartoffel.

Einige Stellen mochte ich in den Buch aber dennoch. Die Tagebucheinträge von Lucy Harte waren toll. Wirklich toll. Mir wäre es lieber gewesen, wenn das komplette Buch von Lucy Harte gehandelt hätte. Also richtig, natürlich. 80% Lucy und 20% Maggie hätten vollkommen ausgereicht. Was mir zudem auch noch gefallen hat, war, das Ende. Aber darauf möchte ich eher weniger eingehen, das würde euch den ganzen Spaß verderben. Jedenfalls fand ich es passen, auch wenn man es an einigen Ecken und Kanten besser hätte ausarbeiten können.

Und jetzt kommen wir zur Sternchenvergabe. Ich gebe dem Roman 2 von 5 Sternen, einfach, weil das Schlechte das Gute überwogen hat. Lucy und das Ende waren toll, aber der Rest? Der Rest kam mir mehr vor wie ein überzogen positives Kinderbuch, wo man versucht, die kleinen Küken von einer heilen und guten Welt zu überzeugen, die es in Wirklichkeit aber gar nicht gibt. Die Grundidee des Buches war toll, aber die Umsetzung ist leider verbesserungswürdig.

Dennoch danke ich Harper Collins für das Leserundenexemplar!

Hättet ihr es genauso wie Maggie gemacht und den Wunschzettel eurer Organspenderin abgearbeitet? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

Und bis dahin: Eat, read, sleep & repeat!

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