Diese Rezension hat leider etwas länger gedauert und dafür entschuldige ich mich vielmals. Aber in der letzten Zeit war einfach so viel zu tun… Da blieb leider nicht so viel Zeit zum Rezi-Schreiben. Aber jetzt bin ich wieder da und habe auch endlich meine Meinung zu »Dämmergrau« von Anton Serkalow parat.

Aber genug von meinem Geschwafel, jetzt bekommt ihr erst einmal einen kleinen Überblick über das Buch.

Ein Agoraphobiker verlässt nach Jahren doch seine Wohnung, weil ihm ein Geistermädchen bei der Suche nach einem verschollenen Freund hilft. Auf dem Parkplatz eines Feinschmeckerrestaurants angekommen, überschlagen sich die Ereignisse und aus dem Viertel wird ein Ort des Wahnsinns. Denn ein Zwerg und ein Pirat überfallen gerade jetzt dieses Lokal, wo der örtliche Pate diniert. Ein Gothic-Girl und die Vogelscheuche sind ebenfalls da. Eine Ex-Polizistin will sich mit den Erpressern ihres Chefs treffen. Ein obdachloser Flaschensammler, ein mysteriöser Auftragskiller und noch andere skurrile, ausgeflippte und undurchsichtige Gestalten tauchen ebenso auf, wie die toten Kinder aus dem Nebel und der Schatten eines nie gefassten Serienkillers. Keiner von ihnen ahnt, dass ihr Zusammenprall erst der Auftakt für weitaus monströsere Ereignisse ist, die über die »Nebelgrenze« (Teil 2) in den »Spiegelgrund« (Teil 3) führen.

So, meine Lieben. Das war auch schon der Klappentext in all seiner Pracht. Aber noch etwas anderes: Bei diesem Buch erwartet euch ein ziemlich wilder Genre-Mix. Wir haben hier Pulp Fiction-Elemente, ebenso wie Alice im Spiegellang-Fragmente oder auch einfach die Atmosphäre aus Silent Hill.

Dieser Roman ist an einigen Stellen nichts für schwache Nerven. Ich habe mich wirklich gegruselt, aber da ich eher zart besaitet bin, ist dieser Umstand auch kein Wunder. Dennoch sollte man bei diesem Buch all seine Erwartungen fallen lassen, da sie am Ende so oder so zerstört werden. Dieses Buch greift Stereotypen auf und kehrt sie restlos um, baut Humor auf und durch eine Ladung Grusel wieder ab. Also das war schon eine wilde Achterbahnfahrt!

Was mich auch sehr beeindruckt hatte, war die verrückte Charaktervielfalt. Also es gab wirklich alles und jeder einzelne Charakter hatte eine einzigartig lebendige Persönlichkeit. Mir erging es beim Lesen ähnlich, wie meinen Mitlesern der Leserunde auf Lovelybooks: Ich hatte Anfangs nur einmal kurz reinschnuppern wollen und war gefesselt von der unwahrscheinlichen Ausdruckskraft des Autors. Ich schrieb zum ersten Lesepart wie folgt:

Aber bisher vom Wort und Sprachgebrauch, Satzbau und Grammatik und auch Storytelling bin ich wirklich begeistert. Die Art und Weise wie hier Spannung nur allein durch Worten erzeugt wird ist einfach großartig. Die Handlung ist hier quasi ein unterstützender Faktor, der das alles begleitet und demnach noch einen Tacken besser macht. Ich freue mich schon auf den Rest!

The Book & the Owl auf Lovelybooks.de

Also ich kann diese Reihe wirklich nur empfehlen. Sie ist nicht nur storytechnisch ein Genuss, sondern auch literarisch, was ich – da muss ich ehrlich sein – bei so einem Genre-Mix nicht erwartet hätte.

Bei dem Autor handelt es sich um einen deutschen Selfpublisher, der mich wirklich gandenlos überzeugt hat. Ich verstehe nicht, wie so etwas nicht in den Reihen von großen Verlagen veröffentlicht wurde. Und wenn ich mal am Rande anmerken darf: Die Cover spiegeln sehr gut die Atmosphäre in den Büchern wieder, glaubt mir.

Aufgrund all dieser positiven Aspekte verleihe ich diesem Roman feierlich fünf Sterne und freue mich schon auf den zweiten Teil, den ich bereits auf meinem TBR liegen habe. Ich danke Anton Serkalow an dieser Stelle noch einmal für diese tolle Möglichkeit, sein Werk und seine Welt kennenzulernen, denn es hat mir garantiert Spaß gemacht und das Wissen um die Existenz seines Romans möchte ich nicht mehr missen. Klare Leseempfehlung meinerseits!

So, und nun bereite ich die nächsten beiden Rezensionen vor und die dazugehörigen Leserundenbeiträge! Der Dezember ist nicht nur aufgrund von Weihnachten ein wilder Monat bei mir, sondern auch blogtechnisch tut sich gerade viel bei mir – und ich bin mehr als froh darüber!

Wir sehen uns beim nächsten Post! Bis dahin: Eat, read, sleep & repeat!

2 thoughts on “»Du bist echt eine Pfeife!« | „Dämmergrau“ by Anton Serkalow.

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