Guten Abend bzw. gute Nacht, die Herrschaften. Jedenfalls ist es stockduster draußen und meine Uhr sagt mir 23:09 an, während ich diesen Beitrag schreibe. Wie dem auch sei, kommen wir zum Wesentlichen zurück.

Ich habe mich in den letzten Tagen mit den Star Trek – Romanen auseinandergesetzt und geschaut, welche davon anfängertauglich sind. Ich bin bei circa 6 stecken geblieben, die alle – und das ist wirklich ein Zufall! – Romane zu den Original-Filmen sind. Es hört sich zwar seltsam an, aber alle Movie-Romane eignen sich bestens für den Einsteiger, um ein gewisses Gefühl für die Serie, die Thematik und auch die Story zu bekommen.

Die Serie Star Trek wurde von 1966 bis 1969 produziert und anschließend aufgrund von schwächelnden Zuschauerquoten schließlich abgesetzt. Anschließend begann der Verkauf der Ausstrahlungsrechte an diverse Fernsehsender, welche die Serie nach Ende der Produktion weiterhin ausstrahlten. Erst im Laufe der siebziger Jahre erlangte Star Trek popkulturellen Ruhm und es entwickelte sich das Franchise, wie wir es heute kennen.

Da die Fangemeinde unkontrollierbar wuchs, entschieden sich Paramount Pictures zusammen mit Gene Roddenberry ein Comeback der Kult-Serie zu starten: Star Trek – Der Film wird geboren. Um das Altern der Charaktere und natürlich die erheblich lange Pause zu erklären, machte man aus Captain Kirk Admiral Kirk und hob auch die übrigen Charaktere in ihren Rängen ein wenig an. Da der Kinofilm große Erfolge feierte, wurden noch fünf weitere gedreht, die sich mit der Geschichte um Kirk & Co. befassen. Die übrigen betreffen bereits den „The Next Generation“-Ableger.

Aber genug von dieser kleinen Filmografie-Stunde. Kommen wir zu den Büchern!

1. STAR TREK: Der Film

Ein mit tödlicher Energie ausgestattetes riesenhaftes Gebilde rast durch den Weltraum – direkt auf die Erde zu. Diese „Energiewolke“ entzieht sich jeder Sondierung, zerstört alles, was sich ihr in den Weg stellt. Es scheint sich um ein künstliches Gebilde zu handeln, geschaffen mit Hilfe einer Technologie, die jeder menschlichen Vorstellungskraft spottet. o bedrohlich, wie die Situation für die Menschheit auch sein mag – für Admiral James T. Kirk ist sie ein willkommener Anlass, sich „degradieren“ zu lassen, um in dieser dramatischen Situation wieder die Enterprise befehligen zu können. Doch das Potential des Starfleet-Raumschiffes kann nichts gegen die geballte Zerstörungskraft des Eindringlings ausrichten…

ST: DF ist wirklich ein sehr sympathisches Comeback und setzt die Geschichte um Kirk & Co wirklich sehr gut und vor allem realistisch fort. Jedenfalls so realistisch wie Science Fiction sein kann. Alte Freunde kehren zu dem Schiff zurück, wo alles seinen Anfang genommen hat und die Handlung ist gegen Ende wirklich sehr emotional.

Von allen Filmen jedoch ist DER FILM wirklich der, der mir am wenigsten gefallen hat. Er ist war wirklich gut, aber die anderen waren einfach besser. Natürlich sollte man für das chronologische Verständnis die Romane in genau der Reihenfolge lesen, wie die Filme erschienen sind.

2. STAR TREK: Der Zorn des Kahn

Die U.S.S. Reliant ist auf der Suche nach einem Planeten ohne Leben, um ein Experiment durchzuführen, das einer Neuschöpfung des Universums gleichkommt. In Alpha Ceti IV glauben die Wissenschaftler, einen geeigneten Planeten gefunden zu haben, doch dann stellt sich heraus, dass es dort doch Leben gibt. Bei der Untersuchung tappt die Mannschaft in eine Falle, und die Reliant fällt in die Hände eines grausamen Despoten, der nur ein Ziel kennt: Rache. Die U.S.S. Enterprise, inzwischen ein Schulschiff unter dem Kommando von Admiral Kirk und Captain Spock, begegnet nichtsahnend ihrem Schwesterschiff Reliant, als dieses aus vollen Rohren zu feuern beginnt. Mit unerfahrenen Leuten auf der Brücke beginnt für Kirk und Spock ein verzweifelter Abwehrkampf gegen einen gnadenlosen Feind.

Der Zorn des Kahn ist wohl der mit Abstand berühmteste unter den Trek-Filmen. Denn genau in diesem Film kommt Kirks klassischer Kahn-Ausruf auf die Leinwand. Fun Fact: Solche dramatischen Ausrufe wurden von William Shatner, dem Kirk-Darsteller, geprägt und heißen deswegen „Kahn“.

3. STAR TREK: Auf der Suche nach Mr. Spock

Spock ist tot. Durch sein selbstloses Opfer hat der Vulkanier die Enterprise und ihre Mannschaft gerettet, indem er in den Reaktorraum des Schiffes eindrang und die atomare Katastrophe verhinderte. Sein verstrahlter Körper wird auf eine Umlaufbahn um ein System geschossen, mit dem es eine besondere Bewandtnis hat: In ihm läuft das Genesis-Programm, der Versuch einer beschleunigten biologischen Evolution. Während die Enterprise ihren Rückflug zur Erde antritt, geht mit Dr. McCoy eine seltsame Veränderung vonstatten, die ihn fast in den Wahnsinn treibt. Alles deutet darauf hin, dass er Spocks Geist in sich trägt, denn der Bordarzt war an der Seite des Vulkaniers, als dieser starb. Oder haben die Manifestationen des Toten andere Ursachen?

„Auf der Suche nach Mr. Spock“ zeigt sehr gut das starke Band der Freundschaft das nicht nur zwischen Kirk, McCoy und Spock herrscht, sondern zwischen der gesamten Alpha-Schicht der Enterprise. Hier geschehen zwei Dinge, die wirklich einzigartig sind: Die Alpha-Schicht der Enterprise will ihren Freund Spock retten UND nebenbei können sie auch noch Captain Styles eins auswischen, der Sulu um sein erstes Kommando gebracht hat. Letzteres wird von allen nämlich sehr persönlich genommen. Es ist einfach schön zu sehen/lesen, wie tief die Freundschaft der Charaktere für einander wirklich geht – nämlich über den Dienstplan und den Vorschriften hinaus.

4. STAR TREK – Zurück in die Gegenwart

Die Enterprise ist zerstört, Admiral Kirk und seine Crew müssen sich vor einem Tribunal auf der Erde verantworten. Unterwegs werden sie mit einer geheimnisvollen, mit Intelligenz ausgestatteten Sonde konfrontiert. Diese vermisst die Signale ihrer Geschäftspartner auf der Erde, deshalb will sie den prozess der Evolution unterbrechen und das irdische Leben neu entstehen lassen. Der blaue Planet droht in einem meteorologischen Inferno zu erfrieren. Captain Kirk und seine Männer sehen sich gezwungen, mit der Bounty ins 20. Jahrhundert zurückzukehren. Nur dort können sie die Zukunft retten – indem sie die Vergangenheit bewahren.

„Zurück in die Gegenwart“ ist wohl mein liebster Trek-Film. Er besitzt von allen Filmen den meisten Charme und repräsentiert einfach die Serie in ihren Grundzügen. Außerdem wird dort ein Thema behandelt, dass damals noch sehr aktuell war: Der kalte Krieg. Natürlich fällt einem das heute nicht mehr so stark auf, aber damals war das etwas ganz besonderes.

Generell ist Star Trek eine Serie, die während ihrer Episoden immer recht aktuelle Themen aufgegriffen hat. Beispielsweise hatte Star Trek den ersten Kuss zwischen einem weißen Mann und einer schwarzen Frau (Kirk & Uhura) auf die Leinwand gebracht (Platon’s Stiefkinder, 3×10). Da die Serie während der sechziger Jahre lief und wir alle Geschichtsunterricht hatten, wisst ihr wahrscheinlich, wie das damals ausgeartet ist. Es gab nur wenige Sender, die diese Episode ausstrahlen wollten, die meisten haben sich schlichtweg geweigert. Bei den Dreharbeiten mussten Shatner (Kirk) und Nichols (Uhura) darauf achten, dass sich ihre Lippen nicht berührten. Was eigentlich Schwachsinn, nach heutiger Ansicht, ist, hatte damals aber leider den bitteren Beigeschmack der Realität.

Aber auch Homosexualität wurde in der Serie behandelt, wenn auch sehr viel später. In der Folge „Wiedervereinigt“ (4×06) des Ablegers Deep Space 9 küssten sich zwei Frauen – ein erneutes Tabuthema wurde von der Serie aufgegriffen. Denn zu der Zeit (1995) war dergleichen in den USA alles andere als akzeptiert. Und wenn wir einmal bei DS9 bleiben wollen: Sisko war einer der ersten TV-Rollen mit „Macht“ die ein schwarzer Schauspieler spielte.

5. STAR TREK: Am Rande des Universums

Der Planet Nimbus III ist Schauplatz einmes einzigartigen Experiments: Die drei Mächte der Galaxis, die Klingonen, Vulkanier und Menschen, besiedeln den Planeten gemeinsam. Doch eine Klimakatastrophe droht, das friedliche Experiment zum Scheitern zu verurteilen. Der vulkanische Renegat Sybok schart eine Armee von Aufständischen um sich und nimmt drei Diplomaten als Geiseln. Captain Kirk erhält den Befehl, mit seinem neuen, noch nicht ausgereiften Raumschiff die Geiseln zu befreien. Niemand auf der Enterprise ahnt, welche Beziehung zwischen Spock und Sybok besteht. Außerdem betrachten die Klingonen die Geiselnahme als willkommenen Anlass, endlich ihren Erzfeind zu erledigen.

In dem fünften Teil der Star Trek – Filme wird es in der Hinsicht spannend, da wir endlich etwas mehr über Vulkan an sich und Spocks Herkunft erfahren. Das Buch eröffnet dem Leser an dieser Stelle sehr viel mehr Informationen als es der Film tut. Deswegen kann ich hier das Buch eher empfehlen als den Film. Wir werden hier mit Spocks Halbbruder bekanntgemacht, der Sha Kah Ree, Äquivalent zu unseren Eden, finden will – und dafür stiehlt er die Enterprise. Spock muss Vergangenes aufarbeiten und zusammen mit Kirk und McCoy das Schiff von dem Verrückten befreien. Hier wird nicht nur die starke Freundschaft zwischen den drei Protagonisten betont, sondern auch ein wirklich bewegender Beitrag zur Diskussion über Gott und Religion gebracht. Wirklich sehr sehenswert.

6. STAR TREK: Das Unentdeckte Land

Innerer Druck, wahnwitzige Rüstungsausgaben und die Zerstörung der wichtigsten Energieressourcen haben das klingonische Imperium an den Rande des Zusammenbruchs geführt. Um die Katastrophe abzuwenden, strebt Gorkon, der Kanzler des klingonischen Rats, Friedensverhandlungen mit der Föderation an. Captain James T. Kirk wird beauftragt, den Kanzler an Bord der Enterprise sicher durch das Föderationsgebiet zu bringen. Doch ein heimtückischer Mordanschlag vereitelt die Friedensbemühungen. Kirk und McCoy fallen in die Hände der Klingonen. Währenddessen bemühen sich Spock und die Crew der Enterprise, den Verschwörern auf die Spur zu kommen.

Der letzte Star Trek-Film ist wirklich eine grandiose Hommage an die Serie an sich und natürlich an das gesamte Franchise. Um es in den Worten Suraks (vulkanischer Philosoph) auszudrücken: Change is the essential Process of all Existence. Vor allem Kirk hat in diesem Teil schwer an sich und seinem Hass auf Klingonen zu arbeiten, damit die einen überleben und die anderen den Frieden sichern können. Ich finde diesen Film auch deshalb so interessant, weil er – wie ich finde – ein noch immer aktuelles Thema auffängt und sehr gut verarbeitet. Aber dafür liest am besten das Buch oder seht den Film, denn da wird es euch besser erklärt, als ich es im Moment kann.

So…

Das jedenfalls waren meine Buchempfehlung für Leute, die sich mit der Serie nicht auskennen und das ganze Franchise erst einmal als Bücherwurm erkunden wollen. Nach der Lektüre dieser sechs Bücher empfehle ich euch aber, sich dann doch erst einmal mit der Serie auseinanderzusetzen, bevor man weiter liest. Viele Anspielungen und Puns versteht man erst richtig, wenn man TOS gesehen hat. Das nur als kleiner Tipp am Rande. Ihr müsst natürlich nicht die Serie sehen, um gefallen an den Büchern zu finden, aber es ist halt einfach immer eine nette kleine Stütze.

Vielleicht konnte ich euch für mein Lieblingsfandom begeistern, wenn nicht, dann ist es auch nicht so schlimm. Die Geschmäcker sind halt verschieden und wenn jeder das Gleiche mögen würde, wäre es doch langweilig, nicht wahr? Ich, für meinen Teil, mache nun Schluss für heute und lege mich zusammen mit meinen Katzen und einem guten Buch ins Bett. Morgen hört ihr dann wieder von mir, diesmal mit dem Konterpart zu diesem Beitrag: Star Trek – Romane für Trekkies, das Best Of. Ansonsten habe ich für Sonntag die Rezension zu »Die Farbe von Winterkirschen«. Anschließend geht’s für mich dann in die Leserunde zu »Das Erbe der Rosenthal«. Am Montag werdet ihr meine Topliste der deutschen Erscheinungen von 2017 erhalten, die wirklich alles bereithält. Ich freu mich schon drauf und ich hoffe, ihr auch!

Bis dahin: Eat, read, sleep & repeat!

 

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