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ICH HABE KONKLAVE ENDLICH BEENDET! Seit ich es mir vor circa 1 o. 2 Monaten gekauft habe, starrte mich das Buch vom TBR aus böse an. Dabei wollte ich es von Anfang an sooo unendlich gern lesen. Aber zu viele Exemplare auf dem ARC-Stapel. Das war mir dann aber Vorgestern so egal, dass ich das Buch einfach genommen und gelesen habe. UND NUN BIN ICH FERTIG – in vielerlei Hinsicht. Denn das Buch war. so. gut. Warum gibt es keine verdammte Fortsetzung?! ;-;

Und vor allem: Wieso berichtet kein Bookworm über dieses grandiose Buch? Dabei ist es so perfekt. Von Anfang bis Ende wird man mit guten Charakteren, spannender Story, genialen Plottwists und auch einem wirklich kektastischen Ende zu geworfen. Wie kann man dieses Buch bitte nicht feiern? Ich verstehe es nicht.

Wirklich. Ich stoße hier an meine Grenzen.

Deswegen gebe ich euch heute 5 Gründe, weshalb KONKLAVE von Robert Harris mehr Hype verdient und den auch bekommen sollte.

1.

Lasst uns erst einmal den Fakt würdigen, dass das Buch von Robert Harris geschrieben wurde.

 

Nein, im Ernst. Das ist ein wichtiger Punkt in dieser Liste. Hätte jemand anderes das Buch geschrieben, wäre es BEI WEITEM nicht so gut geworden, wie es nun einmal ist. Robert Harris* Schreibstil ist GÖTTLICH und macht das alles erst zu so einem großen SPAß.

 

*R.H. ist einer der Autoren, von denen ich mir gern ALLE seine Bücher SIGNIEREN lassen will. Und irgendwann habe ich auch die Chance dazu. Irgendwann..

 

2.

Das ganze Dingen ist eigentlich ein Thriller, die Story aber so soft, dass der Verlag es zu einem Roman gemacht hat und im Endeffekt ist es aber so spannend wie ein Thriller. Genial.

Das verwirrt, ich weiß. IST ABER WAHR. Die Thriller-Elemente sind nicht zu leugnen, auch wenn sie jetzt keine Illuminati-Ausmaße haben. Aber sie sind da und zusammen mit den ganzen Plottwists und den Charakteren… ist das alles einfach nur wundervoll.

 

3.

Der Hauptcharakter ist so heldenhaft und trotzdem so real, dass ich ihn gern knuddeln möchte, was natürlich total unangebracht wäre, weil Kardinal.

ABER: es stimmt. Kardinal Lomeli ist wirklich ein knuffiger alter Mann der wirklich an die Prinzipien glaubt, für die seine „Universalkirche“ steht. Auf der anderen Seite gesteht er aber den Verlust seines spirituellen Glaubens, weshalb er die Kirche gern verlassen möchte, da er es als unethisch ansieht, anderen den Glauben zu vermitteln, der ihm momentan fehlt. Während des Konklave entpuppt sich Lomeli als herzensguter, aber auch strenger Mensch, dem während des Prozesses der Papstwahl die Augen geöffnet werden und dadurch zu seinem spirituellen Glauben zurückkehrt.

Er ist einfach der kleine Held in dieser Geschichte, der aufgrund seiner Rechtschaffenheit dem Buch erst seinen ganzen Charme verleiht. So, wie er sich verhält und mit seinen Kollegen interagiert, da kann man nicht anders als ihn zu mögen. Er ist einfach ein kleines süßes Stofftier.*

 

*It get’s weird, I know. Aber wenn ihr das Buch gelesen habt, werdet ihr mit mir übereinstimmen. Ganz sicher. Pscht. Ich weiß es.

 

4.

Die Details über das Konklave an sich sind ÜBERWÄLTIGEND. So viele Details, so liebevoll ausgearbeitet… ich kann nicht mehr. ;-;

Während der Geschichte bekommen wir so viele Namen, Funktionen, Rituale, Lateinische Floskeln usw. usw. erzählt, erklärt und gezeigt, dass es mich manchmal wirklich überwältigt hat. Es ist faszinierend darüber nachzudenken, wie viel Recherche+ Robert Harris für dieses eine Buch betrieben haben muss. Das allein zeigt schon, wie sehr er sich für die Materie an sich interessierte. Auf der anderen Seite muss man ihn auch für die Darstellung loben, denn selbst Radio Vadicano hat ihn für sein Buch gelobt und nicht den Hauch eines Anstoßes gefunden. Das zeugt auch wieder davon, dass Harris respektvoll mit dem Thema und dem Glauben umgeht und das tun ja heutzutage nicht viele.

 

* Harris hat damals noch von Kardinal Ratzinger (der spätere Papst Benedikt der XVI.) die Erlaubnis erhalten, über das Thema Konklave in den Archiven des Vatikans zu recherchieren. Er hatte auch einen ehemaligen Konklaveteilnehmer interviewt, dessen Name allerdings nie bekanntgegeben wurde, da ein Konklave streng vertraulich ist und eigentlich nichts davon preisgegeben werden darf. Die Anonymisierung des Kardinals dient zu seiner eigenen Sicherheit, damit man ihn im schlimmsten Fall nicht exkomuniziert.

 

5.

Konklave hat einen wahnsinnigen Aktualitätswert, der an manchen Stellen einfach nur Mind Blown war.

 

Das hat für mich ein Konklave an sich erst einmal in eine politische und religiöse Relation gebracht. Hier wählte man nicht nur das Oberhaupt für einen Glauben, nein, dort wählte man einen Repräsentanten des Friedens. Schließlich ist der Papst das Oberhaupt von mehr als 1.9 Billonen Mitgliedern weltweit. Wer nun Papst wurde entschieden wichtige Faktoren wie Aussage, Herkunft und Beliebtheit. Außerdem muss der Kandidat auch noch charakterlich die Teilnehmer überzeugen. Ist er eine Führungsperson? Ein Denker? Ein Revolutionär oder gar ein Traditionalist? Was da alles eine Rolle spielen kann ist manchmal unglaublich.

 

Und jetzt die wohl wichtigste Frage:

Welcher Papst ist in diesem Roman gestorben?

Eine gute Frage, die mit interessanten Brotkrummen vom Autor während der Geschichte gelüftet wird: Bei dem toten Papst handelt es sch um keinen anderen als PAPST FRANZISKUS. Dafür gab es genug Hinweise die einfach für sich sprachen. Dabei ging es nicht nur um die Beliebtheit nach außen (Welt) und die Isolation nach Innen (Vatikan), sondern auch um die Staatsgeschäfte in finanzieller Hinsicht. Der letzte amtierende Papst wurde als sehr bescheiden und demütig beschrieben, der sich weigerte in den päpstlichen Palast zu ziehen und lieber die Casa Santa Marta bewohnte. Er weigerte sich das volle Papstgewand während seiner Bekanntgabe als neues katholisches Oberhaupt zu tragen und wurde generell als ein eher rebellischer Mann beschrieben, der die katholische Kirche wieder zu der Kirche machen wollte, die sie von Anfang an sein sollte: Eine Kirche der Armen.

Der Grund, weshalb Harris den Namen des toten Papstes mit keinem Wort erwähnte ist jener: Es gehört sich einfach nicht und ist respektlos. Über den Tod eines noch lebenden Papstes zu schreiben ist einfach schier geschmacklos und zeugt wieder davon, dass Harris mit seinem Roman niemanden an den Kopf stoßen wollte.

Weshalb Ratzinger es nicht sein kann? Weil Ratzinger bereits erwähnt wird – zusammen mit seinem Rücktritt. Es geht also definitiv um seinen Nachfolger, welcher Franziskus nun einmal ist. Deshalb dürfte das klar sein.

 

Empfehlung:

Kauft euch definitiv das Hardcover und NICHT die Paperback-Ausgabe!

Nein, das sage ich nicht, um dem Verlag einen Gefallen zu tun, sondern weil die Paperback-Ausgabe einen erheblichen Mangel ausweist: Die goldene Schrift, in der Robert Harris‘ Name geschrieben wurde, geht durch die Wärme eurer Hände während des Lesens ab und auf euren Fingern bleibt ein goldener Glitzer zurück, der sich – abgekühlt – leider nicht mehr so leicht entfernen lässt. Jedenfalls nicht bei mir. Es war sehr ärgerlich zu sehen, dass Teile des Schriftzuges einfach nicht mehr zu sehen waren, wie auch das Beitragsbild zu diesem Post belegt. Ich werde mir definitiv noch die Hardcover-Ausgabe zulegen.

 

Habt ihr schon ein Buch von Robert Harris gelesen und feiert ihr ihn genauso sehr wie ich?

 

 

Und hier ist das kleine Interview mit Robert Harris über sein Buch KONKLAVE.
Es wurde nicht von mir geführt, sondern kann auf der internationalen Seite des Penguin-Verlages eingesehen werden.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ansehen!

 

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