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Jeder hat sie und Autoren fürchten sie: Die speziellen Erwartungen an DAS EINE BUCH.

Nein, ihr braucht mich jetzt gar nicht mit euren Engelsaugen anschauen und sagen: „Aber ich habe doch keine Erwartungen an meine Bücher!“ – doch, die habt ihr. Wir alle haben sie. Findet euch damit ab!

 

Ein gutes Buch kommt allen zu Gute: Den Lesern, weil sie endlich wieder 5 Sterne vergeben und fangirden dürfen und natürlich auch den Autoren, die mit stolz auf die getane Arbeit blicken können. Gutes Buch = Alle sind happy.

Da ich absolut keinen Schimmer darüber habe, was in einem Buch VORKOMMEN SOLL – weil Geschmäcker sind bekanntlich verschieden -, beschränke ich mich auf die Dinge die AUF KEINEN FALL UND UNTER KEINEN UMSTÄNDEN in einem Buch präsent sein dürfen. Noch nicht einmal eine Ahnung darf es geben. Oder einen Schatten. Streicht den bloßen Gedanken aus eurem Kopf!

Deshalb gibt es jetzt die ultimative List von Dingen über die NIEMAND LESEN WILL. Niemand. Danke. Fangen wir nun an.

 

 

1.

Dreiecks-Beziehungen

In jedem YA-Roman kommen sie vor und von mir sind sie gefürchtet bis zum Geht-Nicht-Mehr: Die verhängnisvollen Dreiecks-Beziehungen. Am Anfang haben sie die ganze Sache ja noch aufgepeppt, aber nachdem ich darüber bereits gefühlt TAUSEND MAL gelesen habe, kriege ich bei diesen Dingen einfach nur noch Kopfschmerzen.

Lasst euch einfach etwas anderes – originelleres – einfallen, damit eure Story noch mehr Würze bekommt. Man muss die ganze Beziehungskiste nicht bis zum Ende ausreizen. Nehmt euch ein Beispiel an Tolkien: Die Geschichte um Arwen und Aragorn war eine tragische und keine unnötig komplizierte und dennoch gehört sie zu den schönsten fantastischen Liebesgeschichten überhaupt. Oder gestaltet die ganze Sache doch mal tragisch: Die rote Hochzeit in Das Lied von Eis und Feuer beispielsweise, wo Robb Stark und seine Ehefrau Talisa ermordet wurden. Es gibt so unendlich viele Möglichkeiten einer Liebesgeschichte in eurem Buch die nötige Tiefe oder Tragik zu geben, dass es schon fast tragisch wäre, sich immer dem gleichen Stigma zu bedienen. Man mag zwar eine gute Intention verfolgt zu haben, letzten Endes wird die ganze Sache aber nur dadurch gedämpft, dass Dreiecke absolut ausgelutscht sind. Sorry.

 

2.

Haltet eure Leser nicht für vollkommen verblödet.

Das ist ein Fehler, den viele Autoren machen. Wir wissen und appreciaten die Arbeit, die ihr in euer World Building gesteckt habt, dennoch wollen wir nicht von jedem Staubkorn auf der Vitrine der Belanglosigkeiten eures zur Spannung zweckgeopferten Nebendarsteller lesen. Das interessiert wirklich niemanden.

»Show, don’t tell!« sollte hier die Devise sein. Erklärt uns die Handlungen eures Charakters nicht, zeigt sie uns. Selbiges gilt natürlich auch für die Welt. Wir müssen nicht jede Kleinigkeit erklärt bekommen. Wir erschließen uns sehr viel aus dem Kontext. Deswegen gilt, wie oft im Leben: Weniger ist mehr.

 

3.

Streicht die weinerlichen Charaktere.

Wie ich sie hasse! Charaktere die nur am rumheulen und meckern sind. Unausstehlich. Mögt ihr Menschen, die auch im echten Leben nur im Selbstmitleid versinken? Nein? Warum schreibt ihr dann über so jemanden? Niemand liest so etwas gern. Es frustriert nur als das es denn Spannung bring. Eigentlich bringt es nichts außer einem misshandelten Buch und einer renovierungsbedürftigen Wand.

 

4.

Gebt euren Babies Raum um sich zu entfalten.

Wichtiger Punkt, sehr wichtiger Punkt. Ein Charakter, der als absolut unfähig vorgestellt wird, kann im nächsten Moment nicht sofort zum Superhelden gekürt werden. So funktioniert das nicht, meine Freunde.

Charaktere wachsen an ihren Aufgaben und an ihren Fehlern, dabei sollte der Fortschritt im Kopf anfangen und nicht in den Taten. Des Weiteren empfiehlt sich immer eine sanfte Entwicklung hinzulegen als gleich von 0 auf 100 durchzustarten.

Außerdem sollte man seinen Charakter nicht zu einer Joan d’Arc machen und es dann am Ende noch mit einem Happy End enden lassen. So funktioniert das nicht. Mag sein, dass ihr Fiktion schreibt, ABER auch die hat irgendwo die Grenzen der REALITÄT. Es sei denn, ihr beabsichtigt diese Grenzen zu überschreiten, weil das stilmittel-technisch zu eurem Konzept passt. Dann habt ihr meine Permission um fortzufahren. Na los, da ist die Tür. Geht hindurch.

 

5.

Oberflächlichkeit killt meine Aufmerksamkeit.

Der Schreibstil macht viel aus und kann sogar die beste Idee absolut verhunzen. Eine oberflächliche Herangehensweise an die ganze Geschichte ist quasi der Freitod für euch und euer Buch. „Ungekrönt“ von Amy Tintera hat beispielsweiseS SEHR oberflächlich begonnen, was das Schreiben angeht. Ich hatte nirgendwo das Gefühl wirklich zu wissen was in den Protagonisten nun vorgeht. Und das hat mich immens gestört, das kann ich euch sagen.

Es muss also eine ausgewogene Balance zwischen informativ und show don’t tell geschaffen werden. Autoren, die das meiner Meinung nach sehr gut vermitteln, sind wie folgt: Robert Harris, Sarah Beth Durst, Jane Austen und Felicity Whitmore.

 

6.

Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Crucial for every Author. Fehler jeglicher Art sollten vermieden werden. Das weckt einfach den Grammar-Nazi in mir, das muss ich leider reumütig bekennen. Ich weiß, es gibt wichtigere Probleme in der Welt, aber – wait. Ich Blogger über Bücher, natürlich gibt es da NICHTS schlimmeres auf der Welt!*

Lasst euer Manuskript einfach von einem Freund oder Familienmitglied Probelesen, um alle Fehler auszumerzen. Wenn ihr es euch leisten könnt bzw. bei einem Verleger untergekommen seid, rate ich euch den Weg über einen Lektor, wobei der bei den großen Verlagen wie Radomhouse und Co bereits mit inbegriffen ist.

 

*Just kidding. Natürlich gibt es wichtigere Dinge außer Fehler, dennoch ist das ein Beitrag über Dinge, die es beim Schreiben zu vermeiden gilt und nicht um den Weltfrieden, den wir uns alle insgeheim erhoffen.

 

7.

Vermeidet schreckliche Cover.

Ich flehe euch an, holt euch vernünftige Cover! Kauft sie, lasst sie extra anfertigen oder bastel sie selbst – wie auch immer ihr es anstellt, Hauptsache ES SIEHT VERNÜNFTIG AUS. Man soll zwar kein Buch nach seinem Einband beurteilen, aber das tut trotzdem jeder. Denn das Auge isst bekannterweise mit. Außerdem habe ich gern hübsche Bücher auf meinem Regal stehen, einfach nur, damit ich sie mir ansehen kann.

Wie gesagt, seid ihr bei Randomhouse und Co untergebracht, übernehmen deren Grafiker diese Aufgabe. Seid ihr aber Selfpublisher, dann kümmert euch bitte um ein ordentliches Cover und erstellt es nicht selbst mit kostenlosen Fotos aus dem Internet und Paint. Danke.

 

 

Wer daran interessiert ist, wie man ein ästhetisch gutes Cover erstellen kann, dem werde ich in einem Post über gute Tools aufklären, die ihr kostenfrei und auch kostenpflichtig im Internet benutzen könnt. Die Tools, die ich euch vorstellen werde, sind aber nicht nur etwas für Autoren, sondern auch für Blogger.

Wer also gern wissen möchte, welche Tools einem kreativen Kopf das Leben erleichtern können, der darf sich auf Montag freuen! Am Sonntag kommen – wie immer – süße kleine Mini-Reviews. Diesmal abschließend zu der Sarantium-Trilogie.

 

Was möchtet ihr auf gar keinen Fall in dem Buch haben, was ihr gerade lest/schreibt?

 

 

 

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