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Die Sarantium-Trilogie war einerseits eine Erfrischung, andererseits aber auch eine derbe Enttäuschung.

Die ganze Geschichte stellte sich also als ein 50/50 Stechen aus zwei Extremen dar. Ich kann immer noch nicht sagen, ob ich die Reihe wirklich mag oder nicht. Die Geschichte hat halt etwas besonderes, das man lesen möchte. Auf der anderen Seite fehlt ihr allerdings auch etwas, weshalb man das Buch nicht zur Hand nehmen will. Konfus, ich weiß. Ich habe mich gerade selbst verwirrt…

Teil 1.

Die Zwillinge*

Was mir wirklich sehr an der Reihe gefallen hat, waren einfach die Cover. Ich finde es einfach momentan sehr toll, wie die etwas jüngeren Verlagsgruppen von Randomhouse diese Puzzle-Cover auf den Markt bringen. Die sehen 1A im Bücherregal aus und stellen dadurch quasi ein Auto-Buy dar. (Was die Marketing-Abteilung sicherlich damit beabsichtigt hatte. Ja, ja, ich hab euch dran gekriegt!)

Wie bereits in meinen längeren Reviews zu den ersten beiden Bänden erwähnt, hat der Sprachstil sehr starke High Fantasy Tendenzen und geht eher in die Richtung Tolkien als G.R.R. Martin. Ich nehme die beiden immer gern als Skala, weil sie eben beide erfolgreiche dasselbe Genre repräsentieren, ABER Schreib- und Storytechnisch in vollkommen andere Richtungen gehen.

Nichtsdestotrotz bleibt der erste Band interessant, auch wenn es an einigen Stellen grotesk langweilig ist und ich mich lieber selbst verstümmeln würde. (Die arme Wand. So viele Dellen und Risse. Das macht sie nicht mehr lange mit…)

 

 

*Das Buch wurde mir als ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Deshalb die Kennzeichnung. Weil wegen Transparenz und so… Nun ja, eigentlich deswegen, weil ich kein Bußgeld kriegen möchte… NATÜRLICH IST ES DIE TRANSPARENZ. Aber: Ob kostenlos oder nicht – das ist immer meine ehrliche Meinung. Aber das wisst ihr ja bereits, schließlich habe ich ARCs bereits mit unter 3 Sternen bewertet, weil sie wirklich… ja, wie drück ich das nun nett aus? Ihr wisst was ich meine. 🙂

 

Teil 2.

Die Verräter*

Hier haben wir das gleiche Phänomen, wie bei „Die Legende der vier Königreiche“ von Amy Tintera: Der Folgeteil stellte sich als besser heraus, als der Auftakt. Trotz der sichtbaren Verbesserung, konnte mich der zweite Teil dennoch nicht genau überzeugen.

Auch wenn sich der zweite Teil langsam aus dem Kendare-Blake-Syndrom** herausbewegt, bleibt er für den Moment jedoch immer noch in der Sparte stecken. Das mag zum einen an dem recht „alten“ Schreibstil liegen oder einfach an der Tatsache, dass man sich manchmal auf die falschen Dinge in der Geschichte fokussiert hatte.

Dennoch bekommt die Geschichte an sich einen kleinen Tiefgang, was dem Ganzen eine viel facettenreichere Würze gibt und endlich an das Wort spannend herankommt. Aber auch hier haben Wand, Buch und Kopf mehr gelitten, als es eigentlich notwendig war. Lange wird das Haus nicht mehr stehen, das sag ich euch…

 

 

**Das Kendare-Blake-Syndrom bezeichnet ein Buch, das von der Idee genial, jedoch von der Umsetzung wirklich sparsam gestaltet wurde.
* Man siehe das Sternchen unter dem ersten Buch.

 

Teil 3.

Die Götter*

Die Götter war mit Abstand das beste Buch aus der Reihe. Hier treffen sich endlich alle Handlungsstränge und ergeben ein großes Ganzes. Mittlerweile hat man sich an den Schreibstil gewöhnt und findet sich auch in der Welt mit ihren Regeln und Normen zurecht.

Ich hatte jedoch ein anderes Ende erwartet, der die ganze Trilogie in eine etwas andere Richtung ausklingen lassen würde. So wie es jetzt aber auf das Papier gefunden hatte, war es auch in Ordnung. Leider hat sich „Die Götter“ nicht ganz aus der Sparte des Kendare-Blake-Sydroms herausgelöst, weshalb ich auch beim dritten Teil die drei Sterne-Marke nicht überschreiten kann.

Mir hat allerdings sehr die Idee von den menschlichen Spielbällen in göttlicher Hand gefallen, was mich auch wieder sehr an die römischen und griechischen Götter erinnert hat, sowie die Bücher von Rick Riordan. Ein interessanter Ausflug in die Welt von Sarantium.

Dennoch: Langatmigkeit hat das alles in eine langweilige Länge gezogen, die nicht nur klebte wie Kaugummi, sondern auch wieder einmal meiner Wand geschadet haben. Ich sollte wirklich aufhören, Bücher zu lesen, bei denen ich mich selbst verstümmeln muss…

 

* Man siehe das Sternchen unter dem ersten Buch.

 

 

Abschließend bleibt für mich nur zu sagen, dass sich die Sarantium-Trilogie in einem guten dreier Bereich aufhält. Man hat nichts gewonnen und auch nichts verloren, wenn man sie beginnt. Von daher: Probiert’s aus. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. (Schon allein für die bildchen-bildenden Buchrücken würde es sich lohnen. *hust*)

 

Liebt ihr Buchrücken und Cover die ein Bildchen ergeben, auch so sehr wie ich?

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