Wir starten diesen Post heute wahrscheinlich mit der größten Tragödie der Internetkultur: YouTube Rewind. Obwohl ich einer der mittlerweile 10 Millionen Dislikes bin, muss ich dennoch sagen, dass eines wirklich wahr ist – und das ist nun einmal der Boom der asiatischen Filmindustrie weltweit – wozu der heutige Titel gehört: Crazy Rich Asians.

Ich selbst bin ein großer Fan von asiatischen Dramen seit ich “Empresses in the Palace” gesehen habe – eine Kostümdramaserie, die mit sehr schlechter Animation dafür aber mit weitaus besserer Dramaturgie glänzen konnte. Auf Amazon gibt es leider nur die auf 7 oder 9 Folgen herunter gekürzte Fassung. Im chinesischen Original sind es über 70 Episoden.

Wenn man Crazy Rich Asians kurz und bündig beschreiben müsste, würde man sich wahrscheinlich irgendwo in die Richtung “das asiatische Sex and the City” bewegen. Wobei man in Roman wie auch Film den “Sex” mit etwas anderem vertauscht hat – Kultur, Tradition und Familie. Und natürlich Geld. Eine Menge Geld.

via The Atlantic

Sowohl beide Medien (Buch + Film) veranschaulichen sehr gut, wie schwer es ist, zwischen Familie und moderner Selbstbestimmung seinen eigenen Weg zu finden, den man mit voller Überzeugung gehen kann. Im schlimmsten und häufigsten Fall muss man sich für etwas oder eines entscheiden und das geht, bekannterweise, nie wirklich gut aus.

Damit ihr einen besseren Überblick über den Inhalt des Buches bekommt, zeige ich euch hier einmal den Klappentext. Dieser ist leider auf Englisch, weil ich den Roman auch nur in dieser Sprache gelesen habe. Ich empfehle übrigens jedem Titel auf Englisch zu lesen, welche auch in dieser Sprache verfasst wurden. Lost in Translation ist leider mehr Alltag denn Ausnahme und viele schöne Stellen gehen teilweise im Deutschen verloren. Kleine Anregung, und nun weiter zum Klappentext.

When American-born Rachel Chu agrees to spend the summer in Singapore with her boyfriend, Nicholas Young, she envisions a humble family home and quality time with the man she hopes to marry. But Nick has failed to give his girlfriend a few key details. One, that his childhood home looks like a palace; two that he grew up riding in more private planes than cars; and three, that he just happens to be the country’s most eligible bachelor.
On Nick’s arm, Rachel may as well have target on her back the second she steps off the plane, and soon, er relaxed vacation turns into an obstacle course of old money, new money, nosy relatives, and scheming social climbers.

Direkt darunter steht ein Zitat aus einer Rezension aus People, nehme ich an. Das Magazin sagt zu dem Roman “A Pride and Prejudice-like send-up.” Dem würde ich an dieser Stelle nicht ganz zustimmen. Solch eine Konstellation würde die Vorstellung wecken, dass es hier um den Stolz und die Vorurteile geht, die die beiden Loverbirds gegeneinander haben/hegen/you name it. Darum geht es aber überhaupt nicht. Deswegen lasst euch von diesem Zitat nicht in die Irre führen.

via The Hollywood Reporter

Die Kernfrage, die uns in diesem Artikel beschäftigt, ist jene: Buch oder Film?

Was ist besser? Unterhaltsamer? Lustiger? Tatsächlich ist die Antwort auf die Frage recht einfach: Beides. Nicht das, was ihr erwartet habt, oder? Wir wissen seid Harry Potter alle, dass die Bücher besser sind. In dem Fall von Crazy Rich Asians allerdings sieht die Antwort anders aus. Wo das Buch Hintergrundgeschichten, besondere Beziehungen, Gedanken und komplexe Charakterstrukturen näher bringt, vermittelt der Film Emotionen, Atmosphere und den Terror an manchen Stellen besser, ebenso haucht er den Figuren – wortwörtlich – mehr Leben ein und der Humor sticht einfach sehr gut durch. Es ist also ein “Kopf an Kopf”-Rennen, bei dem man den Sieger nicht wirklich herausstellen kann.

Ist das Buch dennoch lesenswert? Definitiv. Ich würde sogar sagen, dass man – nicht so wie ich – zuerst den Film sehen und dann das Buch lesen sollte. Der Film war in meinen Augen recht schnell vorbei und aufgrund der vorangegangenen Lektüre habe ich mir doch gewünscht, mehr von meinen Lieblingsszenen zu sehen (insbesondere mit Astrid). Zur Einstimmung auf das Buch definitiv der Film, dann das Buch. Ihr müsst es nicht so handhaben wäre aber meine Empfehlung.

(From left to right) Ken Jeong, Constance Wu, Henry Golding, Gemma Chan, Awkwafina and Jing Lusi attending the Crazy Rich Asians Premiere held at Ham Yard Hotel, London. (Photo by Ian West/PA Images via Getty Images)

Zum Schluss lässt sich noch sagen, dass der Film ein wirklich emotionaler Rollercoaster ist. Also habt Eis und Taschentücher parat – ihr werdet beides brauchen. Generell finde ich, sowohl im Buch als auch im Film lässt sich eine wunderschöne Präsentation Asiens, insbesondere Singapurs und Chinas wiederfinden. Obgleich China nie wirklich gezeigt wird, spricht man doch immer von Chinesen. Ich würde es gern erklären, aber dann nehme ich euch einen Teil der Geschichte weg und das mag ich auch nicht.

Für alle, die Crazy Rich Asians noch vor sich haben, wünsche ich eine angenehme Zeit mir Liebe, Lügen, Affären und der untragbaren Last familiärer Erwartungen. Sowohl Buch als auch Film sollten in die Hand genommen und geliebt werden. Ich – für meinen Teil – habe es jedenfalls getan. Auch wenn der Satz jetzt irgendwie falsch klingt… Okay, das war’s jetzt aber wirklich.

Lieblingsszene?
Die Helikopter, die laut Wagners Ritt der Walküren gespielt haben. Wer diese Reference nicht versteht, lebt echt hinter dem Mond.

via ew.com

 

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